Ausbildung zum Ernährungsberater & Kosten IHK?

Zuletzt aktualisiert: November, 2019

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Immer mehr Menschen wollen gesund leben. Die meisten haben längst erkannt, dass eine gesunde Ernährung wichtiger Bestandteils dieses Vorhabens ist. Doch sehr oft fehlt es an fundiertem Wissen über Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe, über Anatomie und Physiologie der Verdauung und über die besten Methoden, um ernährungsbedingten Krankheiten vorzubeugen und zu heilen.

Weil das so ist, stehen gut ausgebildete Ernährungsberater vor einer sehr guten Zukunft. Denn ihr Rat wird mehr und mehr nachgefragt, wenn Orientierung und Hilfe im Fachbereich der Ernährung notwendig sind.

 Voraussetzungen für die Ernährungsberater Ausbildung

Es ist hilfreich, wenn Du als Teilnehmer bereits über Erfahrungen aus dem medizinischen Bereich verfügst (beispielsweise als Krankenschwester). Auch eine Tätigkeit als Koch ist nützlich, um sich zum Ernährungsberater weiterzubilden. Generell kann aber jeder Ernährungsberater werden der will.

Diese Inhalte müssen in der Ausbildung vorkommen

Um ein kompetenter Ernährungsberater zu sein, brauchst du ein solides Grundwissen und musst Kenntnisse in verschiedenen Bereichen des Fachs haben. Deshalb sollten Ausbildungen unbedingt folgende Themen abdecken:

  • Lebensmittelkunde
  • Aufbau und Funktion des Verdauungsapparats
  • vorbeugende Maßnahmen, um ernährungsbedingte Krankheiten zu vermeiden
  • Ernährungsbedarf verschiedener Bevölkerungsgruppen, beispielsweise Schwangere, Kinder, Säuglinge oder Senioren
  • Erstellen von individuellen Ernährungsplänen
  • Techniken, um den Klienten zu einer Ernährungsumstellung zu motivieren (Einzelgespräche, Kochkurse, Workshops, etc.)

Zusätzlich vermitteln gute Ausbildungsangebote auch immer das nötige Wissen, um sicher in die Selbstständigkeit gehen zu können. Dieser Aspekt umfasst meist Rechnungswesen sowie Recht und Gesetz.

Die richtige Schule: Qualität, Kosten und Dauer der Ausbildung

Gefühlt gibt es fast mehr Schulen als Ernährungsberater in Deutschland, bei denen man eine Ausbildung machen kann. Doch bei der Auswahl ist Vorsicht geboten. Denn es gibt nicht nur unterschiedliche Lehrgänge mit unterschiedlichen Inhalten.

Unter den Schulen sind durchaus auch schwarze Schafe zu finden, die es sich zunutze machen, dass die Berufsbezeichnung »Ernährungsberater« nicht geschützt ist.

So werden ab und an, sehr teure, aber ebenso unnütze Lehrgänge angeboten, bei denen der Teilnehmer am Ende mit lehren Händen dasteht.

Was darf die Ernährungsberater Ausbildung kosten?

Ernährungsberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Dementsprechend sind die Ausbildungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Leider befinden sich viele schwarze Schafe darunter, die eine Ausbildung – und das abschließende Zertifikat – quasi einfach verkaufen. Das ist teuer, bringt in der Praxis aber so gut wie nichts, schließlich hast du dann keine Ahnung von Ernährungsberatung.
Natürlich kosten seriöse Ausbildungen Geld, in der Regel auch nicht gerade wenig. Trotzdem bleibt im Fall Ernährungsberater die Faustregel: Zahle nie mehr als 3.000 EUR für deine Ausbildung zum Ernährungsberater.

Das klingt vielleicht seltsam, aber es gibt viele Angebote, die weit mehr kosten – dann aber nur aus einer Handvoll Wochenendkursen bestehen. Eine gute Ausbildung zum Ernährungsberater braucht seine Zeit, schließlich gibt es viel zu lernen.

KursKostenAnbieter
Ernährungsberater/in2.422 €www.sgd.de
Ausbildung zum Ernährungsberater/in2.074 €www.btb.info
Ernährungsberater/in2.410 €www.ils.de
Ernährungsberater/in2.519 €www.apollon.de
Ernährungsberater/in2.410 €www.fak.de
Ernährungsberater/in2.410 €www.haf.de
Ernährungsberatung1.855 €www.laudius.de

So bekommst du die Ausbildung vom Arbeitsamt bezahlt!

Kein Scherz! Wenn der Lehrgang, bzw. die Schule nach AZAV zertifiziert ist, besteht die Möglichkeit, dass das Arbeitsamt die Kosten für die Weiterbildung vollständig übernimmt. Dies ist allerdings nur möglich, wenn du arbeitslos bist, oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist. Die Entscheidung, ob die Kosten für die Weiterbildung übernommen werden, fällt nach einem Beratungstermin in der Arbeitsagentur deines Wohnorts.

Wichtig: Der AZAV Fördertopf muss jedes Jahr aufs neue geleert werden. Daher kann ich euch nur empfehlen, diese Möglichkeit der kostenlosen Förderung zu nutzen. Eine Schule die nach AZAV zertifiziert ist und die Ernährungsberater Ausbildung seit vielen Jahren erfolgreich anbietet, ist z.B die SGD Darmstadt (mehr dazu unter: www.sgd.de/ernaehrungberater-foerderung).

So bereitest du dich für den Termin beim Arbeitsamt optimal vor

Eigeninitiative!

Grundsätzlich wird es sehr geschätzt, wenn du eigene Vorschläge mit einbringst. Beachte, dass Weiterbildungen, die an deinen bisherigen Werdegang anknüpfen, besonders oft genehmigt werden.

Recherchiere!

Wenn du die Weiterbildung oder Umschulung ernsthaft anstrebst, solltest du dich vorher sehr gut informieren. Sonst wirkst du nicht überzeugend. Folgendes solltest du zum Termin auf jeden Fall bereits wissen:

Welche Inhalte hat die Weiterbildung
Was sind die Teilnahmevoraussetzungen
Was ist das Lernformat, welchen Umfang hat der Lehrgang und wie lange dauert er
Wie sind die Jobaussichten nach der Weiterbildung

So bringst du deinen Weiterbildungswunsch am besten vor!

Du musst den Fachbearbeiter davon überzeugen, dass die Weiterbildung dich wirklich weiterbringt und deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Folgendes solltest du vorab für dich selbst klarstellen:

  • Passt die Weiterbildung zu deinen beruflichen Vorkenntnissen?
  • Gibt es in deiner Region Bedarf an Arbeitskraft in dieser Branche?
  • Ist diese Weiterbildung ein Vorteil bei künftigen Bewerbungen?

Die richtige Kleidung!

Freizeitkleidung ist auf jeden Fall unangebracht. Am besten erscheinst du so, wie du auch zu einem Vorstellungsgespräch kommen würdest. Das unterstreicht deine Professionalität und zeigt, dass es dir ernst ist.

Professionell auftreten!

Du bist kein Bittsteller. Begegne dem Sachbearbeiter auf Augenhöhe und betrachte ihn als Partner, als Unterstützung. Zeige deine Motivation, indem du alle Unterlagen (Lebenslauf, Unterlagen zu der Weiterbildung, usw…) mitbringst und ruhig auftrittst, auch wenn dir ersteinmal Skepsis entgegen schlägt. Und vor allem: Sei pünktlich!

Fazit: Trau dich!

Nur vergleichsweise wenige trauen sich, beim Arbeitsamt nachzufragen. Da der Fördertopf von der Bundesregierung jedes Jahr aufs Neue gefüllt wird, stehen deine Chancen nicht schlecht, die Weiterbildung (z.B an der SGD) genehmigt zu bekommen.

Gibt es eine Ernährungsberater-Ausbildung bei der IHK?

Immer liest man die Bezeichnung »Ernährungsberater IHK«. Doch hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich nicht mehr, als dass die IHK ein Zertifikat ausstellt, dass Ernährungsberater kostenpflichtig erwerben können. Die Ausbildung selbst wird nicht von der IHK organisiert, sondern von privaten Schulen die sich das Recht bei der IHK erkauft haben, das Zertifikat zu vergeben.

Das Renommee, das mit dem IHK-Zertifikat einhergeht, steht daher nicht immer im Einklang mit einer qualitativ hochwertigen Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz. Vor diesem Hintergrund ist es eigentlich nicht notwendig, das IHK-Zertifikat anzustreben, zumal es meine Meinung nach bessere Alternativen gibt.

ernaehrungsberater-ausbildungDie bereits erwähnte Studiengemeinschaft Darmstadt arbeitet beispielsweise mit dem Verband Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (UGB) und mit der Bundesapothekerkammer zusammen. Dadurch ist eine hochqualitative Ausbildung zum Ernährungsberater sichergestellt, die auch in Fachkreisen eine große Anerkennung erfährt . (mehr zur Ausbildung unter: www.sgd.de/ernaehrungsberater-werden).

Arbeitsfelder und Verdienstmöglichkeiten als Ernährungsberater

Die Arbeitsfelder für Ernährungsberater sind sehr vielfältig. Viele Ernährungsberater finden eine feste Anstellung in Krankenhäusern oder Altenheime, wo sie zusammen mit dem medizinischen und pflegerischen Personal für eine gesunde Ernährung sorgen. Auch Schulen und Kindergärten können Ernährungsberater einstellen, wenn es um die Verpflegung der Kinder geht.

Besonders oft sind Ernährungsberater in großen Unternehmen gefragt. Denn längst hat sich in vielen Chefetagen die Erkenntnis durchgesetzt, dass gesunde Mitarbeiter das wichtigste Kapital des Unternehmens darstellen.

Entsprechend der vielfältigen Aufgabenfelder und der vielen möglichen Arbeitgeber ist die Verdienstspanne bei den Ernährungsberatern sehr groß: Zwischen 1500 € und 4500 € sind für angestellte Ernährungsberater durchaus realistisch.

Mit etwas Glück und ein wenig wirtschaftlichen Geschick kann es dir auch gelingen, als selbstständiger Ernährungsberater deutlich mehr zu verdienen. Die Aussichten sind hier besonders gut, denn viele Privatpersonen suchen den qualifizierten Rat gut ausgebildeter Ernährungsberater, um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun.

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