Ablauf der Heilpraktiker-Ausbildung

Neben dem Arztberuf ist es nur Heilpraktikern erlaubt, die Heilkunde auszuüben. Damit einher geht ein hohes Maß an Verantwortung, sodass die Ausbildung zum Heilpraktiker inhaltlich sehr fordernd und in der Regel qualitativ sehr hochwertig ist. Für die Ausbildung zum Heilpraktiker gilt, dass je nach gewähltem Ausbildungsinstitut und individuellem Lehrgang (Präsenz- oder Fernstudium) unterschiedliche Wege zum Ziel führen können.

Im Gegensatz zur Heilpraktikerprüfung, die gesetzlich festgeschrieben ist, gibt es für die Ausbildung selbst keine staatlichen Vorgaben. Inhalt und Struktur der verschiedenen Ausbildungswege lehnen sich jedoch stark aneinander an.

Struktur und Inhalt der Heilpraktiker Ausbildung

Die meisten Institute untergliedern die Ausbildung zum Heilpraktiker in zwei große Hauptblöcke: einen Grundkurs, in dem die wichtigsten Grundlagen vermittelt werden und einen Intensivkurs, der die Lernenden gezielt auf die Prüfung vorbereitet. Diese Zweiteilung muss nicht strikt vorherrschen, einige Ausbildungseinrichtungen bieten das zu vermittelnde Wissen auch in mehreren thematischen Untergruppen an. Didaktisch ist allerdings eine Konzentration auf nur zwei Kernblöcke sinnvoll und daher empfehlenswert. Das Wissensspektrum des Grundkurses ist bewusst sehr umfangreich konzipiert, da nicht zwangsläufig davon auszugehen ist, dass alle am Beruf des Heilpraktikers Interessierten über entsprechende medizinische Vorkenntnisse verfügen.

heilpraktiker-ausbildung„Wie schon betont ist unsere Ausbildung nicht gleich zu setzen mit der eines Arztes. Nichtsdestotrotz ist unsere Verantwortung genauso hoch. Jedem angehenden Heilpraktiker sollte klar sein, dass die Ausbildung ein Sprungbrett ist, man selbst jedoch sehr viel Zeit und Aufwand investieren muss, um wirklich als Heilpraktiker erfolgreich zu werden. Den Beruf neben einem Vollzeitjob, Haushalt und Kindern schnell zwischendurch zu erlernen, ist meiner Meinung nach unmöglich“.

Svenja PetersHeilpraktikerin

Die Grundlagen der Heilpraktiker Ausbildung – der Basiskurs

Am Anfang der Ausbildung stehen zumeist Unterrichtseinheiten, die propädeutischen Charakter aufweisen und die angehenden Heilpraktiker zunächst mit der grundlegenden Terminologie und den wesentlichen Bestandteilen des menschlichen Organismus wie Zelle, Gewebearten und Organsystem vertraut machen.
Die Anatomie des Menschen, die sich mit der Struktur und Gestalt des menschlichen Körpers beschäftigt, ist ebenso zentraler Bestandteil des Basiskurses wie die Physiologie, die sich mit den funktionellen Abläufen im menschlichen Organismus befasst. Neben Herz, Kreislauf und Gefäßen, stehen auch die Anatomie und Physiologie des Blutes, des lymphatischen Systems, der Verdauung, des Stoffwechsels, der Leber, des Harnapparates, der Galle und der Bauchspeicheldrüse, des Auges, der Ohren, der Atemwege, der Haut, der Fortpflanzungsorgane, des Nervensystems und der Hormone auf dem umfangreichen Lehrplan. Die Lernenden erfahren dabei, wie ein gesunder Körper aufgebaut ist und funktioniert. Sie eignen sich so systematisch jene medizinischen Grundkenntnisse an, die für den weiteren Verlauf der Ausbildung und die spätere Ausübung des Berufs unabdingbar sind. Nur wer detaillierte Kenntnisse über den komplexen Aufbau und die Funktion des menschlichen Organismus hat, kann auch erkennen, wenn etwas damit nicht in Ordnung ist.

Die Lehre von krankhaften Vorgängen und abnormen Zuständen im Körper, die Pathologie, baut folgerichtig auf diesen Grundkenntnissen auf. Nachdem die angehenden Heilpraktiker sich zuerst mit dem gesunden Organismus befasst haben, lernen sie nun, wie sich Erkrankungen auf den Körper auswirken und welche Veränderungen damit einhergehen. Untrennbar damit verbunden ist die Diagnostik, das Erkennen und Benennen von Erkrankungen.

Diagnostik und Anamnese

Um zu einer stimmigen und tragfähigen Diagnose gelangen zu können, erlernen die Heilpraktiker in ihrer Ausbildung unterschiedliche Anamnesemethoden wie beispielsweise das Anschauen, das Abhören, das Abtasten mit den Fingerspitzen und das Abklopfen. Einige Ausbildungsinstitute bieten ihren Schülern die Möglichkeit, darüber hinaus optionale Diagnoseverfahren wie z.B. die Irisdiagnose oder das bioenergetische Austesten zu erlernen. Diese zählen jedoch nicht zum allgemein üblichen Kanon der Ausbildung.

Abschließend werden wesentliche Kenntnisse naturheilkundlicher Behandlungsmethoden wie beispielsweise der klassischen Homöopathie vermittelt. Daneben stehen allerdings auch schulmedizinische Methoden wie z.B. Injektionstechniken auf dem Lehrplan, die für eine umfassende Heilpraktikerausbildung unerlässlich sind. Grundlegendes Wissen über psychische Zustände und Erkrankungen sowie rechtlich und betriebswirtschaftlich relevante Fakten runden den Grund- oder Basiskurs ab.

Die Prüfungsvorbereitung – der Intensivkurs

Angehende Heilpraktiker verfügen nun bereits über all das Wissen, das sie später in ihrem Beruf brauchen werden. Jetzt kommt es darauf an, dieses Wissen sinnvoll zu ordnen, zu verfestigen und so zu verinnerlichen, dass es erst bei der amtsärztlichen Überprüfung und danach auch in der heilpraktischen Tätigkeit jederzeit abrufbar ist. Lernende, die sich für eine Ausbildung per Fernstudium entschieden haben, können sich meistens sowohl über Online-Plattformen mit anderen Studierenden und dem Lehrpersonal austauschen als auch an mehrtägigen Intensivkursen vor Ort teilnehmen und so ihren Kenntnisstand noch erweitern.

Tipp: Eine besonders gute Prüfungsvorbereitung gibt es am Institut für Lernsysteme. Hier liegt die Erfolgsquote der Teilnehmer bei über 90% (Quelle:www.ils.de).

Die Anmeldung zur amtsärztlichen Prüfung

In fast allen Bundesländern werden zweimal jährlich Termine für die Feststellungsprüfung zur Eignung als Heilpraktiker durchgeführt. Um an diesen Prüfungsterminen teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung beim örtlichen Gesundheitsamt notwendig. Dort müssen dann auch alle Unterlagen eingereicht werden, die für die Ausbildung zum Heilpraktiker Grundvoraussetzung sind:

  • die Geburtsurkunde zum Nachweis, dass mindestens das 25. Lebensjahr vollendet wurde
  • ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate sein darf
  • ein ebenfalls höchstens drei Monate altes ärztliches Attest zur Bescheinigung der körperlichen und geistigen Unversehrtheit
  • sowie ein Schulzeugnis, das mindestens den Hauptschulabschluss bescheinigt.

Die eigentliche Prüfung unterteilt sich in einen zweistündigen schriftlichen Teil und eine halbstündige mündliche Prüfung. Mehr zur Heilpraktikerprüfung findest du hier.

Beliebte Anbieter für die Heilpraktiker Ausbildung

Es gibt in Deutschland über 500 Heilpraktikerschulen. Problematisch jedoch ist, dass praktisch jeder eine Heilpraktikerschule eröffnen kann, der möchte. Daher gibt es gerade hier zahlreiche schwarze Schafe, die es nur auf das Geld ihrer Schüler abgesehen haben. Damit du bei der Wahl deiner Heilpraktikerschule keine böse Überraschung erlebst, habe ich dir hier eine Liste von Instituten zusammengestellt, die schon seit Jahrzehnten höchstes Ansehen im Bereich der Heilpraktiker Ausbildung genießen.

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